Montag, 3. Mai 2010

Eigentlich ...

  • wollte ich fünf Wochen Blogpause machen
  • wollten wir drei Wochen in den Urlaub fahren
  • hätte es danach wieder ganz viele Reise-, Restaurant- und Hotelberichte gegeben
  • hätten wir das erste Mal Washington, New York und die New England Staaten erkundet
  • war alles schon individuell geplant und gebucht inkl. Mietwagen und Direktflügen und natürlich wunderbaren Hotels auf der ganzen Route
  • hatten wir Karten für La Traviata in der Metropolitan Opera in New York
  • hätten wir eine alte Schulfreundin besucht und uns sehr darauf gefreut
  • hatten wir Restaurants ausgesucht, uns auf Hummer, gute Burger, ein paar edle Lokale in New York und einiges anderes gefreut
  • hatten wir schon Eintrittskarten und -zeiten für die Freiheitsstatue, das Capitol, das Washington Monument uvm.
... und dann ... nein, wir wurden nicht krank ... und dann ... kam SIE ... die Wolke, die Aschewolke des Eyjafjallajökull.

Und nix ging mehr. Auch nicht unser Lufthansa-Direktflug von München nach Washington.

Glücklicherweise erfuhren wir es 12 Stunden vor Abflug. Die Koffer waren zwar fertig gepackt, aber wir saßen noch mehr oder weniger gemütlich, aber mit gewissen Vorahnungen, zuhause.


Kurze Durchsprache von Alternativen, dann sehr schnell die Entscheidung:
Verschieben bringt nichts, da am ersten Tag der Münchner Flughafensperrung nicht absehbar war, wie es weitergehen würde. Und außerdem war völlig unklar, ob und wann wir wieder zurückfliegen könnten – und eine Verlängerung des dreiwöchigen Urlaubs wäre für mich so gut wie unmöglich gewesen – so ist das halt mit der Selbständigkeit.


Dann folgte eine gute Flasche Wein (der Kühlschrank war ja schon leer), etwas Trauerarbeit, ein langer Spaziergang, das Durchrechnen der entstehenden Kosten (die individuellen Buchungen von Hotels, Mietwagen etc. waren in diesem Fall ein großer Nachteil, da nur die Flugkosten in solchen Fällen erstattet werden), Stornierung aller Reservierungen, Telefonate über den Ozean, Verschenken der Opern-Tickets und dann eine unruhige Nacht.

Am nächsten Morgen stand fest, daß wir nicht zwei Tage später wieder in die Arbeit gehen würden, und so gings mit dem Zeigerfinger auf der virtuellen Landkarte quer durch das mit Auto, Schiff oder Bahn erreichbare Europa – einmal an die Côte, nach Umbrien, mit der Fähre nach Sizilien oder Mallorca, nach Österreich und Südtirol.


Eiffelturm neu

Drei Stunden später stand fest: Erst einmal sollte es eine gute Woche mit dem Zug nach Paris gehen und danach eine Woche nach Südtirol zum Golf spielen und wandern.

Golf Suedtirol

Also Züge reservieren, Hotel aussuchen, auspacken, Paris-taugliche Kleidung einpacken, die französische Verwandtschaft des Herrn der Cucina informieren und Treffen ausmachen, Restaurants aussuchen, Ausstellungen (Turner und Yves Saint Laurent) reservieren, Apéro-Termine mit einer bis dahin persönlich unbekannter Bloggerin ausmachen ... und am nächsten Tag ... LOS !!!

Schön wars und die geplatzte USA-Reise war ganz schnell vergessen.

Wir werden an den Wochenenden berichten - aus Paris und aus Südtirol - und wir hoffen, Ihr lest auch das gern.

Und unter der Woche wird wieder gekocht - wie immer!

Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

das war zu befürchten. Ärgerlich, aber das ist höhere Gewalt. WE-Berichte aus näheren Destinationen sind mir aber ebenso lieb.

kaltmamsell hat gesagt…

Die größte Leistung in dieser Situation: Sich nicht zu lange ärgern. Ich freue mich schon sehr auf die Geschichten.

Bolli's Kitchen hat gesagt…

endlich zeigt mir jemand Paris!!!!......

Nathalie hat gesagt…

@lamiacucina
Ja, deshalb war der Ärger aber auch nicht so groß - war einfach nichts zu machen.

@kaltmamsell
Da bin ich ganz gut drin: Abhaken und das beste drauß machen.

@Bolli
Das Bild im Post zeigt übrigens den Eiffelturm aus der deuxieme étage! ;-) Du solltest mal rauffahren!

Bolli's Kitchen hat gesagt…

nie und nimmer!!!!!!!!

Nathalie hat gesagt…

@Bolli
Das sagte der Herr der Cucina auch gut 20 Jahre lang.

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Och man, mein Beileid, aber wenigsens habt ihr noch das Beste draus gemacht. Da zeigt sich aber doch wiedermal, dass eine zu umfangreiche Planung vorab schnell nach hinten losgehen kann. Meine Eltern saßen wenigstens in Frankreich fest und konnten den Rückweg einfach etappenweise per Mietwagen auskosten.

Anonym hat gesagt…

Ich hätte ja von vornherein die 'zweite Tour' favorisiert.
Was speziell den Flug angeht hält sich die Enttäuschung aber in Grenzen, oder? ;-)
Ich freue mich auf die Berichte und Geschichten.
VG,
Claudi

Nathalie hat gesagt…

@Schnick ...
Mit dem Mietwagen nach Amerika wäre schwierig geworden ... und die Queen Mary war schon ausgebucht. :-)

@Claudi
Ich war ja schon "kurz vor dem Einsteigen" - da war die Hälfte des Streßes schon hinter mir.

Sivie hat gesagt…

Das tut mir echt leid für euch, aber ihr habt ja toll umdisponiert. Und Reiseberichte nehme ich gern, von wo auch immer.

irma hat gesagt…

Auch ich freue mich auf die bestimmt schönen Reiseberichte!
Liebe Grüße von Irma

Jutta Lorbeerkrone hat gesagt…

Das nennt man wirklich hoehere Gewalt...aber freue mich aber auf franzoesische Berichterstattung!

Helga hat gesagt…

Die Ostküstentour ist eh was für den Herbst...

Barbara hat gesagt…

Super, dass Ihr so flexibel seid und das beste daraus gemacht habt. :-)

Der andere Urlaub ist ja schon geplant und kommt dann einfach wann anders.

Bei mir war's etwas anders rum, ich saß in Stockholm fest und wollte wieder heim. Mit Nachtbus und Bahn habe ich das in 26 Std. dann 4 Tage später auch geschafft. ;-)

lavaterra hat gesagt…

Wie schade! Ihr habt aber wirklich das allerbeste aus der Situation gemacht. lg