Mittwoch, 8. Dezember 2010

Buabaspitzle


Eines dieser Gerichte, die ich wohl nie so hinbekommen werde wie Mama. Die Frage nach den Zutaten und dem Mischungsverhältnis ergab immer die unbefriedigende Antwort, das käme auf die Kartoffeln an, aber einfach mal ein bißchen Mehl zugeben, bis der Teig so ist, wie er sein soll. Ja, ja ...

Aber tatsächlich ist es bei Buabaspitzle so. Langsam über die Jahre werden sie aber bei mir "essbar".

Diese schwäbisch-alemannische Spezialität wird oft mit Schupfnudeln gleichgesetzt, die für uns etwas anderes sind. Schupfnudeln sind fester und werden vorher gekocht,
in unserer Familie aber nicht geliebt.
Die Buabaspitzle werden im Öl ausgebacken/fritiert, gegessen mit Kraut und Wammerl oder als Beilage zu Wild oder einem klassischen Braten - und sie müssen fluffig-leicht sein (WICHTIG!).

Bei uns gab es sie zu einer Gänsebrust.

Buabaspitzle fertig

Buabaspitzle
  • 500 g Kartoffeln
  • 100 - 150 g Mehl (sehr variabel)
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Fett zum Ausbacken
Kartoffeln waschen und mit der Schale kochen. Anschließend abgießen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit Mehl, Ei und Gewürzen vermengen. Verkneten, aber so vorsichtig und wenig wie möglich. So lange Mehl zufügen bis ein "pappiger" aber sich von den Fingern lösender Teig entsteht.

Buabaspitzle Teig

Daraus gut daumendicke Rollen formen und in etwa 10 cm lange Stücke schneiden.

Buabaspitzle Pfanne 1 Buabaspitzle Pfanne 2

Fett in eine Pfanne geben, die Buabaspitzle darin rundrum knusprig braun braten. Auf Küchenpapier kurz entfetten lassen.

Kommentare:

Eva hat gesagt…

Gerade vor zwei Tagen habe ich gesagt, dass mir Schupfnudeln ein bisschen zu kompakt sind und nun schreibst du das ähnlich und lieferst eine gute Alternative - super!

lamiacucina hat gesagt…

also erwa wie Kartoffelkroketten.

Bolli's Kitchen hat gesagt…

ja ja, das sind diese Rezepte etwas davon, dann davon.....

Herrlich, ich wusste allerdings nicht, dass man die fast fritiert, ist das die Augsburger Variante?

katha hat gesagt…

bei uns in oberösterreich sind sie als erdäpfelwuzerl oder erdäpfelnudeln bekannt, bei ellja gab's mal angeregte diskussionen dazu samt einem typischen rezept:
http://2stepsawayfromparadise.blogspot.com/2009/11/erdapfelnudeln.html

Hesting hat gesagt…

Ich habe beim Lesen des Titels an Baumkuchenspitzen gedacht. *schäm*

Helga hat gesagt…

Ich kenn's in anderer Form als Kartoffelpflanzerl. Lustig, steht bei mir auch grad auf der Kochliste... Mit Weißkraut.

Nicky hat gesagt…

Liebe Nathalie, auch wenn unsere Schoppala sich von Schupfnudeln ableiten, wir kochen sie auch nicht vorher (die Oberpfälzer waren ja schon immer suspekt!). Unsagbar gut sind sie auf jeden Fall - wenn nur das zeitaufwendige "Wutzeln" nicht wäre...

Nathalie hat gesagt…

@lamiacucina
@Bolli
Nein, fritieren ist das nicht. Das ist wirklich nur ein Ausbacken. Kroketten schmecken anders.

@Bolli
Und Grüße von meiner Mama:
Nicht "augsburgerisch" sondern alemannisch.