Donnerstag, 29. März 2012

Frühlingsküche: Steinbutt mit Artischocken


Die Sonne scheint schon wunderbar, der Balkon ist geputzt, die gelben Horn-Veilchen verkürzen die Zeit bis zur Sommerbepflanzung des Balkons (und halten auch mal ein bißchen Frost aus), langsam wird es wieder bunter an der Gemüsetheke, der Kohl wandert immer mehr in die hinteren Reihen, bei mir wandern frische Artischocken in den Einkaufskorb und ein Stückchen Steinbutt wird (mit etwas schlechtem Gewissen) gekauft.
Ja, es wird Frühling, mit einem italienischen Kopfsalat vorne weg, machten sich Steinbutt und Artischocken, in etwas Olivenöl und Weißwein gegart, dazu ein Glas Silvaner, ganz phantastisch, gefolgt von einem Espresso auf dem Balkon, weil die Antihistamine und das Cortison ihren Dienst taten.

Steinbutt

Auf noch viele wunderbare Frühlingstage (unterbrochen nur durch regelmäßige, kräftige Regenschauer für uns Allergiker)!

Montag, 26. März 2012

Mohnkuchen


Wenn schon beruflich viel zu tun ist, dann kann man sich ja auch noch privat ein bißchen was aufbürden, oder? Also wurde "noch schnell" die Küche und das Schlafzimmer gemalert - damit versinkt natürlich sofort die ganze Wohnung ins Chaos. Aber jetzt ist alles frisch und hell, die Vorhänge für das Schlafzimmer habe ich schon genäht und aufgehängt, für die Küche warte ich noch auf den Stoff, dann kann auch dort die Aktion vollendet werden.

Aber Platz zum Backen ist inzwischen wieder:

Mit Ulrike teile ich die Mohn-Liebe und so habe ich kürzlich wieder mal in ihren Rezepten gesucht auf der Suche nach neuen Mohninspirationen. Gelandet bin ich bei einem 2006er Rezept für einen Mohnkuchen. Ich habe nur noch in der Mohnfüllung ein paar Rosinen untergerührt - ich mag diese "kleinen Inseln" im Mohn sehr.

Sehr fein, sättigend und am zweiten Tag noch besser als am ersten!
(Und trotz drei Lagen sehr schnell gemacht.)

Mohnkuchen

Mohnkuchen
1 Springform 28 cm Ø

Mürbeteig
  • 100 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 200 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Ei
  • 1/2 Päckchen Backpulver
Mohnbelag
  • 50 g Speisestärke
  • 620 ml Milch
  • 250 g Mohn, gemahlen
  • 2 Packungen Vanillezucker
  • 70 g Rosinen
  • 86 g Zucker
  • 50 g Butter
  • 200 g Schmand
Decke
  • 3 Eier
  • 100 g Puderzucker
  • 200 g Schmand
Zutaten für den Mürbeteig verkneten und den Teig in die Springform geben, dabei Rand hochziehen.

Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen

Die Speisestärke mit etwas Milch anrühren. Die restliche Milch mit dem Zucker erwärmen, den gemahlenen Mohn hineingeben und ca. 15 Minuten quellen lassen. Die Mohnmischung aufkochen, von der Kochstelle nehmen, die angerührte Speisestärke einrühren und erneut aufkochen lassen. Etwas abkühlen lassen und Schmand, Rosinen sowie Butter unterrühren. Belag auf den Boden streichen und 50 Minuten bei 160 °C (Umluft) backen. Belag muss hellbraun und ein wenig fest sein.

Für die Decke Eigelb und den Puderzucker verrühren, Schmand dazugeben und das zu Schnee geschlagene Eiweiß unterheben. Die Decke auf den gebackenen Kuchen streichen und nochmals 15 bis 20 Minuten bei 160 °C backen.

Mohnkuchen nah

Montag, 19. März 2012

Insalatina tiepida di baccalà e patate


Nach so viel Wein braucht es ja auch eine Begleitung dazu - das Highlight der letzten Zeit war diese kalte Vorspeise, die es bei uns als kleines Abendessen gab. Gefunden habe ich es im sehr geschätzten Buch "I Sapori del Piemonte" von Rudolf Trefzer. Nur habe ich den dort benutzen baccalà durch frischen Kabeljau ersetzt. 

Ein schönes Gericht, einfach, klar, würzig, ein gutes Weißbrot dazu. Gefällt uns sehr!

Insalata nah

Insalatina tiepida di baccalà e patate 
4 Personen 
  • 600 g Kabeljau 
  • 1 Zwiebel 
  • 1 Karotte (weggelassen wg. Allergie) 
  • 1 Lauchstange 
  • 1 Selleriestange (weggelassen wg. Allergie) 
  • einige Petersiliestengel 
  • Vollmilch 
  • Pfeffer 
  • 1 Tasse Petersilienblätter 
  • 2 EL Kapern 
  • 2 Knoblauchzehen 
  • 4 Sardellenfilets 
  • Olivenöl 
  • Saft von 1 Zitrone 
  • Salz, Pfeffer 
  • 6 mittelgroße, gekochte Kartoffeln (festkochend, bei mir kleine Grenaille) 
Das Gemüse klein schneiden und zusammen mit den Petersilienstengel in einer Pfanne mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen. Dann Hitze reduzieren, Kabeljau zugeben und 20 Minuten darin ziehen lassen. Wenn er gar ist, herausnehmen und abtropfen lassen. 

In eine Schüssel geben und mit kalter Milch bedecken. 

2 Stunden vor dem Servieren die Fischstücke aus der Milch nehmen, gut abtropfen lassen und in eine Terrinenform legen. 

Für die Sauce Petersilie, Kapern, Knoblauchzehen und Sardellenfilets fein hacken, mit Olivenöl und dem Zitronensaft zu einer Sauce verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce über die Kabeljaustücke verteilen und im Ofen bei 50 Grad lauwarm werden lassen. Kartoffeln in Scheiben schneiden und auf Tellern oder einer Platte anrichten. Die lauwarmen Kabeljaustücke darübergeben.

Insalata

Samstag, 10. März 2012

Zusammenfassung Weinrallye Nr. 49 - Müller-Thurgau


Ganz am Anfang muß ich gleich mal gestehen - und als Kochbloggerin darf ich das hoffentlich, daß ich gar nicht wußte, daß der Müller-Thurgau soooo einen schlechten Ruf hat. Was fielen da in den klassischen Weinblogs für skeptische Bemerkungen, als sie von meinem Thema hörten. Bei mir war dieses negative Image nicht angekommen. Ich trinke seit langer Zeit Müller-Thurgau. Meist von kleinen Weingütern aus Franken oder vom Bodensee, und natürlich aus Südtirol. 1,99 DM oder Euro Weine waren und sind nicht mein Fall, ich übersehe sie regelrecht im Weinregal.

Und so war ich sehr überrascht, so viel negatives zu lesen. Aber schön war: Es stand immer nur am Anfang negatives - alle "Verkoster" waren überrascht, erfreut, glücklich, überzeugt oder dankbar ... am Ende der Weinprobe über den Müller-Thurgau im Glas.
Deshalb DANKE an alle Wagemutigen, an alle Teilnehmer, an Iris für Ihr Verlinken, Twittern und Facebooken sowie an Thomas für das Wiederaufleben der Weinrallye!
Und damit der Schwung nicht gleich ins Stocken kommt, gibt es sehr zeitnah - d.h. genau jetzt - die Zusammenfassung aller gestrigen Beiträge:


25cl "verkostet" zusammen mit dem 7jährigen Patenkind einen 1964er Riesling x Silvaner Naturwein, Kaiserstuhl, Leiselheimer Steuernberg, Zentralkellerei Badischer Winzer und bekommt dabei ein wunderbares Kompliment gemacht. 

Am Bodensee in Konstanz wird Baccantus fündig und probiert einen Müller-Thurgau 2010 der Konstanzer Spitalkellerei, Einzellage Konstanz Sonnenhalde.

Culinarium Curiosum, Sabrina und Simon, verkosten drei Südtiroler Weine - 2008 Schlosskellerei Tiefenbrunner Feldmarschall v. Fenner Müller-Thurgau, 2010 Kellerei Kurtatsch, Graun, Müller-Thurgau und 2007 Kellerei Kurtatsch, Hofstatt, Müller-Thurgau

Drunkenmonday probiert zwei Weine: Einen Massenwein für 1,99 Euro (Müller-Thurgau 2011,Peter Mertes KG), den er dann nur verkocht, während der 2010 Winzerhof Stahl Müller-Thurgau “Hasennest”, Franken, ausgetrunken wird.

Feinschmeckerle nimmt also Kochbloggerin das erste Mal an einer Weinrallye teil und findet auf dem heimischen Markt einen Rivaner Jahrgang 2009 von der Familie Reusch aus Metzingen-Neuhausen.

Foodfreak, die Kochbloggerin Petra, nimmt auch an der Weinrallye teil und verkostet einen 2009 Müller-Thurgau vom Weingut Hammel aus der Pfalz.

Glasklare Gefühle wird in meiner deutschen Lieblingsweinregion fündig und verkostet (gemeinsam mit einem Silvaner) den 2010 Eschendorfer Fürstenberg Müller Thurgau von Horst Sauer.

La Gazzetta del Vino findet seinen Wein im Badischen und bloggt über den 2010 Blickwinkel Müller Thurgau von Andreas Bieselin.

Lamiacucina, dahinter steckt Kochblogger Robert, schreibt einen Reisebericht über das Umland von Basel und verbindet ihn mit einer Müller-Thurgau-Entdeckung: Den 2010 Riehener Riesling-Sylvaner, Schlipfer Gemeinde Riehen.

Das Marien Eck findet beim Weinhändler des Vertrauens eine Birnauer Kirchhalde 2010, Müller-Thurgau vom Markgraf von Baden, der auch bei mir im Keller immer wieder ein Plätzchen findet.

Perini Weinbau nimmt das erste Mal an der Weinrallye teil und empfiehlt den trockenen 2010 sowie den halbtrockenen 2009 Müller-Thurgau Kabinett vom Weingut Höflich, Lage Großostheim, Heiligenthal.

Sammlerfreak entdeckt den Müller-Thurgau für sich bei der Verkostung des RäckeDorn Müller-Thurgau 2010, Gächlingen (Schaffhausen), GVS Schachenmann.

Schiller-Wine schreibt über die Weinregion Saale Unstrut und den Winzer Andreas Clauss, der auch Müller-Thurgau im Sortiment hat.

Und noch eine Kochbloggerin ist mit dabei - Juliane von Schöner Tag noch verkostet mit Freunden gleich fünf Weine, favorisiert dabei den Pauser First Class Müller Thurgau trocken 2010 aus Rheinhessen.

Matthias von Social Wine bloggt endlich mal wieder anläßlich dieser Weinrallye und berichtet über Rheinhessischen Rivaner vom Weingut Hirschhof.

Super-Schoppen-Shopper erzählt eine Monstergeschichte über die Entstehung des Müller-Thurgaus.

Vinum philosophiert über Fußballer und Wein

Theresa berichtet mit einem Gastbeitrag beim Weingut Arns über den hauseigenen 2010 Müller-Thurgau Trocken von der Mosel

Der Weinkaiser findet seinen Wein im Grenzgebiet Deutschland und Schweiz - den Nacker Müller-Thurgau 2010 vom Weingut Clauß.

Weinreich-Blog steuert gleich drei Berichte bei:
Christian schreibt über den Rivaner Trocken der Winzergenossenschaft Mayschoß von der Ahr und kocht dazu eine fruchtige Rote-Beete-Suppe mit Meerrettich-Schaum (was die Kochbloggerin sehr freut - danke!).
Thomas berichtet über den Müller-Thurgau des Weinguts Philipps-Mühle.
Und ein Beitrag der Weinheidi befaßt sich mit dem Müller-Thurgau vom Winzerhof Burrlein, Franken.

Unter Weintipps empfiehlt Michael Liebert den Müller-Thurgau 2009 vom Köfererhof, Südtirol und Weine vom Bodensee.

Bei Wein-Wissen wird ein Perlwein entkorkt: Fritz Müller Perlwein Müller-Thurgau trocken

Wiesengenuss nutzt die Gelegenheit und öffnet auch gleich drei Weine - Müller-Thurgau 2010, Qualitätswein, Weingut Friedrich Becker, Pfalz - MÜLLER 2010 von Enderle + Moll, Münchweier, Baden und Juval „Glimmer“ 2009, Weingut Unterortl, Südtirol.

Thomas vom Winzerblog, der Initiator und Organisator der Weinrallye, schreibt über den 2009er Heidelberger Dormenacker Rivaner trocken, Weingut Clauer, Heidelberg.

Und schließlich auch noch ich:
In der Cucina Casalinga gab es einen "Standard"-Bocksbeutel aus unserem Keller - der 2009er Iphöfer Kronsberg Müller-Thurgau Kabinett trocken vom Weingut Wirsching, der immer wieder überzeugt und auch in größeren Mengen verträglich ist. :-)

Es hat mir viel Spaß gemacht und ich danke Euch allen für die Beiträge.
Hiermit gebe ich den Stab an Iris weiter, die die Weinrallye Nr. 50 zum Thema Naturwein ausrichten wird ...

... und nächste Woche wird hier wieder gekocht!

Freitag, 9. März 2012

Wein - Müller-Thurgau Kabinett 2010 (Wirsching)


Auch ein Beitrag von mir darf natürlich für die neu gestartete Weinrallye nicht fehlen. Denn wenn ich mir schon das Thema aussuchen darf, sollte ja dazu auch ein Fläschen im Keller zu finden sein. 
MT Wirsching

Und da ist er auch: Ein 2009 Iphöfer Kronsberg Müller-Thurgau Kabinett trocken aus dem Weingut Hans Wirsching in Iphofen. Ein paar Flaschen liegen davon bei uns im Keller.

Ein sehr gut verträglicher, feiner Tropfen mit wenig Säure, frisch und fruchtig. Wir trinken ihn gerne zu Huhn oder Pasta. Und die Flasche ist immer sehr schnell leer!

Die großen Geschichten z.B. die Entstehung der Rebsorte überlasse ich in dieser Weinrallye den Blog-Kollegen und beschränke mich nur auf die Müller-Thurgau-Empfehlung - ich fasse dafür zeitnah :-) die vielen Beiträge zusammen (wahrscheinlich noch am Wochenende).

Weinrallye Nr. 49: Müller-Thurgau


Schon lange angekündigt - heute ist es soweit: Die Weinrallye erlebt ein Revival. Mit Spannung warte ich auf Eure Geschichten, Weinproben, Berichte oder einfach Interessantes und Lehrreiches rund um den Müller-Thurgau.


Bitte gebt hier in den Kommentaren Eure Links an, eine Zusammenfassung aller Beiträge werde ich (hoffentlich) über das Wochenende fertigstellen.
Ich freue mich sehr über Eure Beiträge zur Weinrallye! Euch allen wünsche ich viel Spaß!

Danke fürs Mitmachen schon jetzt!

Montag, 5. März 2012

Weizenmischbrot


"Ich kann die Semmelknödel nicht mehr sehen." sagte gestern der Papa der Cucina. Also wird das natürlich gleich geändert.
Seit zwei Wochen sind die Semmelknödel der "aktuelle" Beitrag. Ja, ich weiß, zur Zeit blogge ich wenig. Der Februar war hektisch, auch an den Wochenenden habe ich gearbeitet und beim Kochen auf bekanntes und gewohntes zurückgegriffen. Also: wenig zu verbloggen und wenig Zeit zu schreiben - fast jeder Blogger kennt das, da kann nichts Richtiges dabei rauskommen. Damit aber der Faden nicht ganz abreißt,
gehts heute wieder weiter.

Vorallem das Brotbacken leidet unter der Zeitknappheit. Leider. Letzte Woche wußte ich aber ziemlich sicher, daß ich am nächsten Tag von zuhause aus arbeiten würde. Also mal rasch den Brotteig angesetzt für das Weizenmischbrot von Ketex.
Aber inzwischen - mit etwas mehr Sicherheit beim Brotbacken - "vereinfache" ich schon mal Brot-Rezepte. Denn mein Kühlschrank ist klein (ein Brotteig paßt nicht immer rein), Stretch-And-Fold geht auch nicht immer, wenn ich am Arbeiten bin, d.h. der Brotteig wird schon mal einfach nach dem Kneten "in die Kastenform geschmissen" und dann dort in Ruhe gelassen.
Wenn Ihr die lange Version dieses Rezepts backen wollt, die professionelle, findet Ihr sie bei Ketex. Hier gibts die kurze, die schon den Herrn der Cucina zu folgender Aussage veranlaßte: "Das ist das beste Brot, das Du je gebacken hast." Wie gut ist dann wohl die "Langversion"?

Weizenmischbrot

Weizenmischbrot 70/30 mit Sauerteig und Vorteig

Sauerteig
    100 g Roggenmehl 1150
    100 g Wasser
    10 g Anstellgut

Alles gut vermischen und für 18 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Vorteig
    200 g Weizenmehl 812
    200 g Wasser
    2 g Frischhefe

Ebenfalls gut vermischen und 18 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

Hauptteig
    Sauerteig
    Vorteig
    100 g Roggenmehl 1150
    267 g Weizenmehl 1050
    165 g lauwarmes Wasser
    13 g Salz
    8 g Frischhefe

Alles zusammen in der Küchenmaschine 15 Minuten kneten. Danach in eine Kastenform geben und ca. 90 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit den Backofen auf 250° C (Ober/Unterhitze) vorheizen. 15 Minuten bei dieser Temperatur backen. Runterschalten auf 200°C und 40 Minuten fertigbacken.

Möglicher Zeitablauf:

Weizenmisch