Mittwoch, 18. Mai 2016

New York am 19.04.16 - Unerwartetes, ein schönes Viertel und ein langer Spaziergang


Sicherheitshalber ging heute der Wecker um 7 Uhr, er war aber gar nicht von Nöten - wir waren vorher wach. Kaffee, Brot und süßer Aufstrich, frischer Orangensaft, Joghurt, Obst. 


2016 04 19 001 Laster CuCa
Abbruch-Laster - schön lackiert

2016 04 19 005 Lexington Grand Central CuCa
Lexington-Avenue bei Grand Central Terminal

Punkt 9 gingen wir außer Haus. Wir hatten Karten für den Einlaß um 10 Uhr ins 9/11 Museum übers Internet gekauft. Das hieß, wir kämpften gegen die aus der Grand Central brechenden Pendlerströme (jeder ist mit Kaffee oder Smoothie, aber mindestens mit Smartphone bewaffnet) an, um dort die U-Bahn Richtung Süden zu nehmen. 

Schön ist das System der "Local"- und der "Express"-Bahnen. Züge der gleichen Linie fahren parallel auf zwei Gleisen, aber auf einem wird nicht an jeder Haltestelle gehalten - im Durchschnitt nur an jeder vierten. Das macht es bei größeren Strecken doch wesentlich schneller. Wer nur kleinere Abschnitte fährt, nimmt die "Local". Wir schafften damit die Strecke fast bis zur Südspitze Manhattans (Haltestelle Fulton Street) mit nur drei Haltestellen. 


2016 04 19 008 Fulton CuCa
In den meisten U-Bahn-Station sind die Stationnamen als Mosaik an den Wänden.

2016 04 19 011 OneWorld CuCa
Auf dem Weg von der U-Bahn zum Museum:
Blick auf das One World Trade Center

2016 04 19 014 911 Museum CuCa
Der oberirdische Eingangsbereich des Museumsbau "9/11 Memorial"

Geradewegs ging es ins Museum. Den Herrn der Cucina hatte ich fast ein bißchen überreden müssen, es zu besichtigen. Und auch ich wußte nicht viel davon, was uns erwartete. Aber wir fanden ein großartiges Museum vor. 


2016 04 19 018 911 Museum CuCa

Gut vier Stockwerke geht es in das Fundament und die Untergeschosse des ehemaligen World Trade Centers mit den zwei Türmen und den Nebengebäude. Und wie beim Memorial an der Oberfläche gelingt es dem Museum wieder einen Zugang zum Geschehen ohne großen Pathos zu schaffen. 


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Eine Außentreppe, über die sich viele Überlebende aus dem Gebäude retten konnten.

2016 04 19 030 911 Museum CuCa
Im vierten Untergeschoß steht man unter den Becken, die den Grundriß der Türme abbilden. 
Im Boden sind noch die Fundamente der Fassaden zu sehen. 

2016 04 19 042 911 Museum CuCa
Teile der Fassade, deren genaue Position am Gebäude 
durch eine beim Bau angebrachte, eindeutige Nummerierung möglich ist. 
Was Hitze und Kraft alles bewirken. 

2016 04 19 041 911 Museum CuCa
Feuerwehrauto - Antenne vom Dach des Nordturms (Durchmesser ca 2 Meter) - gebogener Stahlträger


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Im vierten Untergeschoss, in einem Becken, 
das den Hudson-River vom Fundament der World Trade Türme abhält. 


2016 04 19 040 911 Museum CuCa
Der letzte, abgebrochene Träger, an dem sich Feuerwehr-Bataillons, Helfer u.v.m. verewigt haben.

Da ist einmal die Technik - der Bau der Türme, die Art der Konstruktion, die Stahlträger, die technischen Hintergründe des Einsturzes. Da sind die Retter, die Feuerwehrleute, die Helfer. Da ist das chronologische Geschehen vom Beginn eines bis dahin normalen Tages, vom Kidnappen der Flugzeuge, die Einschläge, das Zusammenstürzen, das Bergen von Verschütteten, das Wegräumen des Schutts und der Neubau der Gebäude und des Museums. Alles begleitet von vielen kleinen Ausstellungsstücken, die illustrieren und ans Herz gehen. Und natürlich begleitet durch viele kleine Filme. Und dann sind da die Opfer. Ihre Fotos hängen an der Wand eines großen quadratischen Raumes und sie nehmen alle vier Seiten ein. Dazu gibt es interaktive Tafeln - man kann sich Daten, Fotos und Lebensgeschichte jedes einzelnen abrufen und anzeigen lassen. Dadurch bekommen die Opfer ein Gesicht, eine Geschichte. 
Ein wahrlich grandioses und großes Museum. Absolute Empfehlung!


2016 04 19 038 911 Museum CuCa
Die Wand der Erinnerung - jede Kachel steht für einen Toten. 


2016 04 19 062 911 Museum CuCa

Nach dem vielen langsamen Gehen im Museum liefen wir danach einfach mal Richtung Norden, zügigen Schritts durch Tribeca und Soho (Bericht aus 2011). Schauten hier und da in ein Geschäft oder Galerie, beobachteten die New Yorker, genossen die warme Frühjahrssonne. 


2016 04 19 067 Tribeca CuCa
Tribeca

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Schönes Lokal in Soho

2016 04 19 069 Soho CuCa
Soho

In der Hudson Street aßen wir in einem kleinen Café zu Mittag. (Darüber legen wir eine Hülle des Schweigens. Der schlechteste Hamburger aller Zeiten, von dem ich nicht mal einen Bissen nahm. Service und Beschwerdemanagement passten dazu.) Aber das Bier schmeckte gut.


2016 04 19 073 Silver Spurs Bier CuCa

Weiter gings ins Uni- und Studentenviertel zwischen Washington Square Park (man sah fast keine Wiese mehr, so viel war los) und Union Square Park. Eine sehr schöne Gegend, lebendig, nette Geschäfte, lockere Atmosphäre, gewachsen. Weniger Hektik als im Rest von Manhattan. Hier haben wir uns sehr wohl gefühlt. 


2016 04 19 080 Washington Square CuCa
Washington Square Park

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Eingezäunte Fläche für kleine Hunde im Washington Square Park

2016 04 19 082 Uni CuCa
Deutsches und französisches Haus an der Universität

2016 04 19 087 Union Square CuCa
Union Square Park

Eine kurze Runde durch den Union Square Park, dann gings weiter zum Madison Square Park. Zwei Küchenausstattungsgeschäfte (nichts gekauft!!!) und eine Runde im Eataly (Bericht aus 2011) später waren die Füße und wir müde. Mit dem Bus und einmal umsteigen waren wir fast vor der Türe. 

Wäsche waschen, Supermarkt, Wein, Pasta, Füße hoch!

Nützliche Informationen:

9/11 Museum, 180 Greenwich Street, New York 
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 9 - 20 Uhr, Freitag bis Samstag 9 - 21 Uhr

Eataly, 200 5th Avenue, New York
Öffnungszeiten: täglich 9 - 23 Uhr

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